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13. Juli

Das Land mit den meisten Regentagen begrüsst uns auch an diesem Morgen mit strahlender Sonne.
Wir verlassen Edinburgh über die längste Brücke in Schottland. Mehr und mehr gewöhnen wir uns an den Linksverkehr und fahren entlang der Küste zu einem der ältesten Castle.

Selbst ohne Schloss darauf, wäre der Felsklotz von Dunnottar mit seinen drei Steilwänden, umspült von schäumender Gischt und dem schmalen Landzugang, bereits eine Attraktion. Die strategisch günstige Lage erkennt ein Jeder auf den ersten Blick. So wundert es mich nicht, dass hier vom 14. bis Mitte des 16. Jahrhundert die schottischen Kronjuwelen gehütet wurden. Die Engländer brauchten satte acht Monate um das Castle einzunehmen und dann waren die Juwelen auch noch weg. Das nenn’ ich Pech gehabt.
Wir schauen uns in Ruhe die Ruine von aussen und von innen an. Geniessen im Castle, sitzend im Gras, eine Weile die warme Sonne und sind beim Rückweg doch etwas am Schnaufen als wir die lange Treppe das Ufer hinauf bezwungen haben.

Die nächsten Kilometer bieten einen Vorgeschmack auf die kommenden Tage in den Highlands. Wir kehren der Küste den Rücken und fahren über zunehmend abnehmende Strassen in das Innland. Unser nächstes Ziel heisst Dufftown. Hier ansässig ist eine der bekanntesten Destillen in Schottland - Glenfiddich. Es ist kurz vor 16 Uhr als wir bei unserer Pension in Dufftown ankommen. Nun ist etwas Eile angesagt, denn um 16:30 Uhr findet die letzte Führung in der Destillerie statt. Da wir natürlich auch Whisky probieren möchten, kommt selber fahren nicht in Frage. Wir fragen Stuart, unser Gastgeber, wie lange wir bis zur Destillerie laufen. Doch dazu kommt es nicht. Stuart erkennt den “Ernst der Lage” schnappt seine Autoschlüssel und deutet uns einzusteigen. Ein paar Minuten später stehen wir im Empfangsraum von Glenfiddich und kommen gerade rechtzeitig zur Führung. Diese wird von mehreren jungen Damen durchgeführt und wir hängen uns an der Rock der deutsch sprechenden “Führungskraft”. Einige tiefgreifende Einblicke in die schottische Destillerietradition später geniessen wir feinsten Whisky aus verschiedensten Jahrgängen. Den Geschmack nach mehr auf der Zunge, statten wir dem firmeneigenem Shop noch einen Besuch ab, heute ist Whisky Abend.

Frühstück, Stuart fragt was ich denn gern hätte. Ok, heute probiere ich ein full scottish Breakfast. Ich werde es nie wieder tun. Black Pudding hat absolut nichts mit Pudding gemein! Strassen in den Highlands sind meist wirklich nur noch so breit wie ein Kompaktwagen, doch dies ist kein Problem. Selten bekommen wir überhaupt irgendein Fahrzeug ausser den unseren zu sehen, so selten, dass wir uns schon darüber lustig machen und andere Motorradfahrer sehen wir nicht Einen. So rollen wir recht entspannt, ohne Hast über das schmale Asphaltband und lassen diese grandiose Landschaft auf uns wirken. Auch als wir an den Touristenattraktionen Loch Ness und dem Urquhart Castle - eine der ehemals grössten Burgen in Schottland vorfahren, sind wir meist die einzigen Biker.
Am Abend erwarten uns Ray und Lina in ihrer kleinen Bed & Breakfast Pension. Ray war Koch in einem teuren Hotel und hat von seinen Künsten nichts verlernt. Uns hat es perfekt gemundet.

Wieder verwöhnt uns unser Planet und bedeckt den Himmel nur mit ein paar kleineren Wolkenhaufen. Die westlichen Highlands sind ein wahres Paradies für uns und unsere Zweiräder. In diesem Teil Schottlands liegen einige der besten Landschaftskulissen. Zweispurige Strassenabschnitte kann man hier an einer Hand abzählen. Single Roads winden sich zwischen mal sanften Hügeln, mal schroffen Felsen hindurch. Wir erreichen die Westküste und machen einen Abstecher über eins dieser Strässchen entlang der Küste bis zu einem Leuchtturm. Wer möchte, kann hier auch übernachten. An Wochenenden und bei hohem Besucherandrang ist auch das kleine Café geöffnet. Das Strässchen ist eine Sackgasse, aber eine Schöne. Eben eine dieser Strecken, die man zweimal gefahren sein muss, einmal zum schauen, einmal zum Spass haben. So empfinden wir es nicht als vergeudet, die selbe Strecke wieder zurück zu fahren.

Um einige der eindrucksvollsten Landschaften Schottlands zu sehen, ist ein Besuch der Insel Skye ein Muss.
Die Insel zählt zu den inneren Hebriden. Kaum eine Landschaft wirkt gegensätzlicher. Schroffe Felskanten und sanft grüne Täler verbreiten ein fast romantisches Flair.
Wir nehmen uns einen ganzen Tag Zeit, um die Insel kennenzulernen. An der zerklüfteten Küste entlang fahren wir erstmal bis Portree, der Hauptstadt von Skye. Wir parken die Bikes und kehren in ein kleines Café ein.  Beim folgenden kleinen Rundgang durch die Stadt bekommt Gerhard einen neuen Pullover verordnet (den alten trägt er aber heut noch). Es geht weiter, vorbei am Old Man of Storr einer ca. 50m hohen Felsnadel, die wie ein Wächter an der Küste steht, zur wohl berühmtesten Steilküste von Skye. Bei den Kilt Rock handelt es sich um einen Basaltfelsen, der fast senkrecht ins Meer abfällt. Einer Legende nach erhielt er seinen Namen wegen der Oberflächenstruktur, welche den Falten eines Kilt ähnelt. Aufgepeppt wird das ganze durch einen Wasserfall, der sich über die Klippe des Fels in die Tiefe stürzt.
Wir verlassen nun die Küste und fahren den Gebirgszug Quiraing überquerend in das Innere der Insel. Auch hier bilden Single Roads die hauptsächlichen Verbindungswege.
Es folgen noch einige dieser herrlich zu fahrenden Strässchen und einige fotoreife Landschaftsbilder bis wir am späten Nachmittag wieder in unserer Pension eintreffen.

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paar
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