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Stella Alpina 2013

Relaxtour zum höchstgelegenen Motorradtreffen weltweit

Es ist bereits Mitte Juni als mein Freund Gerhard mich fragt, was ist denn nun mit unserer Tour zur Stella Alpina?

Wir waren bereits letztes Jahr dort und die Tour hatte uns so gut gefallen, das wir noch einmal fahren wollten. Damals war es eine sehr relaxte Tour, wahrscheinlich weil wir ohne Gruppe (entgegen fast aller anderen Touren) unterwegs waren. Einzig ein weiterer Freund begleitete uns. Da wir drei etwa gleich ticken gab es keine Reibungspunkte, es war einfach nur entspanntes fahren und ich konnte die Tour so richtig genießen.

Kurz entschlossen machten wir die zwei wichtigsten Eckpunkte klar, den Abfahrttermin und wann wir spätestens wieder zu Hause sein wollten. Einige Tage später, es war Donnerstag, stand ich mit gepacktem Bike bei Gerhard und wir schlürften noch ein Käffchen bevor es auf Achse ging. Es folgte eine Tour die mal wieder richtig den Kopf auslüftete und die Seele befriedigte.

Abfahrt Wegespause

Autobahnen und meist auch Bundesstraßen meidend, erreichten wir den Süden Deutschlands und tauchten am späten Nachmittag ein in’s Motorradparadies Schwarzwald. Wir fuhren uns noch etwas trunken und hielten dann Ausschau nach einem Platz für die Nacht. Der war gefunden als wir am Rande eines Dörfchens einen geschotterten Platz entdeckten auf welchem bereits zwei Wohnmobile ihr Nachtlager eingerichtet hatten. Ein kleines Stück frisch gemähte Wiese war perfekt für unsere Zelte.

nur wir, der Wald und Mücken Frühstück

Auch den größten Teil vom folgenden Tag verbrachten wir auf kleinen, kurvenreichen Sträßchen sowie in gemütlichen Örtchen im Schwarzwald mit eindrucksvollen historischen Flair und bei wohlschmeckenden Käsespätzle.

Schiltach Schiltach

Die Sonne versteckte sich bei wechselnden Schräglagen schon sporadisch hinter Schweizer Berggipfeln, als wir beschlossen nach dem nächsten Schlummerplätzchen zu suchen. Ich hatte auf dem Navi einen See
entdeckt. Dort am Ufer wollten wir unser Camp aufbauen.
An der Zufahrt zum See jedoch gebot eine Schranke unserem Begehren Einhalt. Ein zusätzliches Schild machte unmissverständlich klar, wer hier campiert muss mit Strafen (natürlich in der Form von klingender Münze) rechnen. Jedoch durfte man nach dem Einwurf von 5 Franken in den Schrankenautomat den See besuchen. Ein weiteres Schild pries eine Hütte mit Restaurant und Nachtlager an.
Ok, eine Dusche würde uns auch gut zu pass kommen. Nur, wir hatten keine 5 Franken Münze. Just in dem Moment kam ein Pärchen mit ihrem Auto. Der Fahrer erkannte unsere Not und mit einem Lachen im Gesicht drückte er uns die benötigte Münze in die Hand. Es gibt eben doch noch freundliche Menschen.
Immer bergauf erreichten wir nach etwa 15min die Hütte. Erfreut über späte Gäste zeigte man uns Bett und Dusche. Gemütlich ließen wir den Tag bei einem Bierchen und lustigen Gesprächen mit ein paar Schweizer Angelfreunden auf einer beheizten Terrasse ausklingen.

komfortable Schutzhütte Arnensee

Samstag Morgen, die Bikes sind mit Reif bedeckt, das Thermometer schafft es gerade so über die Null-Grad-Marke. Der Arnensee liegt auf 1542 m ü.N. Hier kann es auch in klaren Sommernächten empfindlich kühl werden. Jedoch ist unser nächstes Lager nochmal ca. 600m höher. Ich überlege mir im nächsten Ort noch eine Wolldecke zu besorgen, verwerfe aber sogleich den Gedanken, schließlich habe ich einen wintertauglichen Schlafsack.
Heute sind Pässe und Kurven satt angesagt. Bis Bardonecchia sind es noch knappe 400km, in den Alpen eine stattliche Strecke und wir wollten nicht gemeinsam mit der Dunkelheit dort eintreffen.

Berner Oberland Berner Oberland
Auffahrt Col de la Forclaz
Berner Oberland

Es war bereits später Nachmittag als wir den kleinen Ort Bardonecchia am Fuße des 3333m hohen Col de Sommeiller im Mont-Cenis-Massiv, direkt auf der Grenze zwischen Italien und Frankreich erreichten. Hat man den Ort passiert geht es nur noch radikal Bergauf. Anfangs ist die Piste mit einer löchrigen Asphaltschicht überzogen und gelegentlich gibt es auch noch eine Randsicherung. Hat man dann die letzte bewohnte Siedlung aus etwa 5 Hütten passiert folgt eine  erste Herausforderungen für per Achse angereiste Motorradfahrer. (es gibt auch solche die bis Bardonecchia mit Auto und Anhänger fahren) Mit einer voll beladenen Maschine muss nun über eine grobschottrige Piste bis zu einem Hochplateau auf 2156m Höhe gefahren werden. Dort ist der offizielle Campingplatz für die Teilnehmer der Stella Alpina. Eine bewirtschaftete Schutzhütte bietet in einem Massenlager 24 Schlafstätten und eine gewisse Grundversorgung. Wir jedoch schlagen, wie die meisten, unsere Zelte auf.

Auffahrt zum Camp Hochplateau mit Campingwiese

Das besondere am Col de Sommeiller ist die Tatsache, das es sich bei dem kurz unterhalb der Passhöhe liegenden Hochplateau um den höchsten legal anfahrbaren Punkt in den Alpen handelt. Die Zufahrt zum Col de Sommeiller ist heute nur noch mit  geländetauglichen Fahrzeugen möglich. Die grob geschotterte, teilweise  sehr schmale Straße liegt in einem hochalpinen Umfeld, so dass eine Befahrung nur routinierten Fahrern vorbehalten sein sollte. Auf der Denzel-Alpenstraßen-Skala ist die Passtraße mit Stufe 4 von 5 eingestuft. Als Erläuterung zur Stufe 4 steht bei Denzel: auch für Berggewohnte schwierige Strecke, erfordert ein weit über den Durchschnitt herausragendes fahrerisches Können. Ok, so heftig war es nach meiner Ansicht dann doch nicht.

angekommen und die Sonne lacht
Zelt steht, Zielbier verdient
auf einen Grog in der Hütte
Richtung Passhöhe

Sonntag Morgen, während wir gemütlich beim Frühstück sitzen steigt die Sonne über die Alpengipfel, vertreibt die Kühle der Nacht und trocknet unsere Zelte ab. Ich breite die Karten aus, nehme das Navi zur Hand und wir planen eine ungefähre Strecke Richtung Altdorf. Dort werden wir am Montag Nachmittag bei meinem Freund Pfütz erwartet. Die Strecke dorthin soll uns mit möglichst vielen Kurven und Pässen möglichst viel Fahrspaß bescheren.

Abfahrt vom Hochplateau
Kartenstudium
einsame Hochstrassen Open Air Schauspiel am Col du Mont Cenis
Col de Iseran im Wallis

Noch einmal bauen wir unsere Zelte für ein Nachtlager auf, erleichtern nochmals unser Gepäck indem wir die letzten mitgenommenen Konserven vertilgen und schlafen ausgezeichnet in des Waldes Ruh.

Nähe Sankt Bernhard Pass
Nähe Sankt Bernhard Pass
im Wallis
Col des Planches
Tremola

Bei herrlichstem Sonnenschein fahren wir über die Tremola, die alte Paßstraße auf den Gotthard Pass. Oben angekommen lockt uns ein Bratwurtstand. Unser Appetit auf Fleisch ist groß, wir gönnen uns eine der teuersten Bratwürste die ich bisher gegessen habe.

bei Freunden
Ibergeregg Pass
letzte Tanke vor D
Col du Lein
Nufenpass
Tremola
5,50 Euro für eine Wurst

Eine warme Dusche, ein ordentliches Bett, gutes Essen mit lieben Freunden an einem tollen Abend. Wir sind bei Pfütz zu Gast und fühlen uns wohl.

Appenzell

Dienstag, der letzte Tag unser Tour. Pfütz und seine Freundin sind natürlich auch begeisterte Motorradfahrer und begleiten uns noch ein Stück auf unserem Heimweg. Ein letztes mal tanken vor der Grenze und einem damit verbundenen schlagartigen Anstieg der Spritpreise.

Fazit:
Eine Tour welche eine Wiederholung verdient.

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