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einsame “Natur”-Strassen, preiswerte Unterkünfte,
freundliche Menschen
das ist

SLOWENIEN

slow (0)

Im September 2005 nahmen wir einen noch nicht voll entdeckten Landstrich unter die Räder.
Der Westen Sloweniens geprägt durch die Karawanken, sowie der Süden dieses Landes mit seinen zahlreichen Karsthöhlen waren unser Ziel.

Ein kleiner Fehler in meiner “Terminplanung” , brachte mir bei der Anreise einen etwas grösseren Tagesritt ein. Während meine Weggefährten bereits am Samstag Richtung Slowenien starteten und die Strecke mit einer Übernachtung meisterten, fuhr ich am Sonntag hinterher, nur das mein Startpunkt nicht Erfurt sondern Koblenz war.
Nach einer Tour zum Event “Rhein in Flammen” , startete ich also Sonntag gegen 10 Uhr bei Koblenz. Mein Ziel war eine Raststätte südlich von Salzburg. Dort hatten wir unser Treffen verabredet, um dann gemeinsam weiter zu fahren.
Ich schwang mich bei strahlendem Sonnenschein auf mein Ross und nach einem ausgiebigen Abschied von meiner Frau bog ich auf die Autobahn ein, um Strecke zu machen. So flog Mannheim, Heidelberg und Stuttgart an mir vorbei. Ich fuhr auf München zu und über mir brauten sich die ersten Wolken zusammen. Mist, das wird doch nicht regnen wollen? Tatsächlich kurz hinter Salzburg fing es an zu pieseln.
Nach ca. 850 km und mehreren Tankstopps erreichte ich gegen 16:30 Uhr den Treffpunkt

Treffpun kt

freudig wurde ich erwartet und als ich erzählte, dass es erst ab Salzburg regnet, waren die Gesichter lang; denn die Drei hatten schon etwas länger Wasser von oben

Wir schlürften jeder noch einen Kaffee, und dann ging es weiter Richtung Grenze. Da bei den Ösis Geschwindigkeitsbegrenzung herrscht, versuchten wir uns einigermassen daran zu halten. Leider hatte ich keine Kenntnis vom weit gesteckten Tankstellennetz in der südlichen Gegend, so fuhren wir an an der nächsten Tanke vorbei und ich war mir sicher, bis zur nächsten kommste locker.
Jeder ahnt sicher was nun kommen sollte. Die nächste hatte zu, schliesslich war es Sonntag Abend, oh wei. Meine Tanknadel bewegte sich inzwischen im Bereich unter Null. Da sah ich das rettende Schild, nächster Rasthof mit Tanke 2000m.
Aber die nächste Ausfahrt in 500m war meine, denn am Schild kam ich noch vorbei als ein ruckelnder Motor mir sagte “Durst” !!
Gottlob ging es nach der Ausfahrt bergab ins nächste Dorf und so lies ich es rollen. Dort sah ich mich doch schon ein bisschen frustriert nach Hinweisschildern für eine Tanke um. Nix ! Auch kein Bauer zu sehen. Also ich rein auf einen Hof und geklingelt. Reservekanister mit Sprit, Fehlanzeige. Aber nach einer kurzen Schilderung meines Problems war der Bauer so nett und fuhr mit mir und seinem Kanister zur Tanke im nächsten Ort. 5 Liter rein in den Kanister und dann in meinen Tank, Motor an, zurück zur Autobahn und nach 1500m wieder raus auf den Rasthof. Ich hab bis dato nicht gewusst, dass in einen laut Werksangaben 22L-Tank, 23,6 Liter passen. Wirklich seltsam.(die 5L habe ich natürlich eingerechnet)
Meine Mitstreiter hatten irgendwann gemerkt, dass ich fehle und auf einem Parkplatz auf mich gewartet. Dank Handy wussten Sie inzwischen was passiert war.
Wir fuhren noch bis Mojstrana und fanden dort eine gute Pension

Hotel

Am nächsten Tag genossen wir ein ordentliches Frühstück und machten uns auf, das Triglav-Massiv zu durchfahren.

Nach ein paar Kilometern, bei Radovna, war plötzlich der Asphalt zu Ende.
Anfangs dachten wir noch, das wäre nur ein Stück welches noch nicht fertig gestellt ist. Später stellte sich heraus, dass es abseits der Hauptstrassen immer so aussieht. Diese festgefahrenen Pisten weichen aber nicht mal bei Regen auf. Es lässt sich also auch mit einem Tourer gut fahren.
Nur unsere zwei Sportler hatten etwas zu kämpfen. Ich habe diese Pisten dann einfach Naturstrasse getauft.

Schlucht

Naturstrassen, schmale Schluchten, einsame Wege, so erlebten wir den grössten Teil unserer Slowenientour.

Beeindruckend und schön wie sich der Bach im Triglav-Massiv tief ins Gestein geschnitten hat.

Eine der grössten Kasthöhlen in Europa, die Postojnska Jama .
Zu Fuss währe man wohl mehr als einen Tag unterwegs. Deshalb geht’s mit einer kleinen Bahn durch Gänge, bei denen ich manchmal unwillkürlich den Kopf einziehen musste weil mir in den offenen Wagen die Decke recht nahe erschien. Die trofsteinreichen Hallen gehören zu den schönsten Teilstücken der Höhle.
Auch in dieser zu sehen sind einzigartige Höhlentiere, die Grottenolme. Diese sind fast weiß, sehen ein bisschen aus wie kleine Schlangen mit vier kurzen Beinen und haben durch die ewige Dunkelheit keine Augen. Wohl sieht man aber, wo mal welche waren. Die Grottenolme leben vorzugsweise in den Höhlenseen.
Am Schluß der geführten Wanderung stehen wir in der Konzertgrotte. Diese ist echt riesig. Die gute Akustik macht man sich zu nutze und so finden hier unten regelmässig Konzerte statt. Laut unserer deutsch sprechenden Führung sind diese auch immer ausverkauft.

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Übrigens, der geologische Begriff Karsthöhle wurde geprägt durch ein Gebiet in Slowenien, in welchem besonders viele und charakteristische Höhlen dieser Formationen vorkommen. Das KRAS Gebiet liegt im südwestlichen Teil Sloweniens.
In Slowenien gibt es über 7000 Höhlen.
So viele Höhlen in so einem kleinen Land, also nach meiner Vorstellung müssen die Gebirge innen wie ein Schweizer Käse aussehen.

Im Sporthotel in Postojna fanden wir eine einfache aber saubere Unterkunft. Immerhin Zimmer mit Dusche und WC. Für unsere Bikes stand sogar eine abgeschlossene Garage zur Verfügung. So konnten wir beruhigt die Äuglein schliessen.
Doch zuvor stand noch Futtersuche auf dem Programm. Wir fanden auch ein Lokal mit wohlschmeckenden Essen. Nur als man uns ab 23:00 Uhr nicht mehr bedienen wollte, waren wir etwas verwundert. Aber da wir der Landessprache nicht mächtig sind und die Dame der Wirtschaft ausser Ihrer Muttersprache keine andere beherrschte, zahlten wir die Zeche und wechselten das Lokal. In der Nähe vom Hotel fanden wir eine kleine Bar, aber dort wollte man uns auch nur noch ein Getränk ausschenken. Langsam kamen wir ins grübeln. Ein einheimischer älterer Mann, den wir später ausserhalb der Bar trafen, erklärte uns in gebrochenen Deutsch, in Slowenien ist ab 23.00 Uhr Ausschanksperre.

Die erste Übernachtung im Sporthotel hat uns zugesagt und so beschliessen wir eine weitere zu bleiben. Die Garage hat uns zu gut in den Kram gepasst.
Am nächsten Tag geht’s also ohne lästige Koffer über Land. Da es am Morgen noch regnet, fahren wir als erstes zu einer Burg und hoffen das Petrus ein einsehen mit uns hat und die Dusche wieder abstellt.

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Nur 10 km entfernt von der Höhle liegt eins der malerischsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte.
Wie ein Horst hängt die Burg Predjama in einer 123m hohen Höhlung.
Angefangen hat es mit einer befestigten Anlage im oberen Teil, welche direkt in die Höhle hineingebaut war. Später wurde dann weiter hinaus, unter den Felsüberhang, ausgebaut. Ein Bollwerk das in früheren Zeiten kaum einzunehmen war.

Der da hängt, war bestimmt der Werkstattmeister !

Kroatische Adriaküste Rijeka
nach einem gemütlichen Tässchen in einem Strandkaffee bei herrlichem Sonnenschein, beschliessen wir noch ein bisschen Inselhopping zu machen.

auf einer der Fähren

Nach ein paar Kilometern die Küste entlang treffen wir auf eine Fährstelle und setzen über zur Insel Cres.

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Die Strassen der Insel sind wieder richtig nach unserem Geschmack. Schmal, Kurvig, guter Zustand. Kommt man nicht als erster aus der Fähre, sollte man noch eine kurze Pause machen und die anderen Fahrzeuge ziehen lassen. Der Fahrspass ist dann um so grösser.
So durchqueren wir die Insel und setzen auf der anderen Seite weiter über zur Insel KrK.

Die Rückfahrt zum Hotel war dann leider nicht so toll.
Je weiter wir wieder Richtung Norden fuhren, um so schlechter wurde das Wetter und bei einsetzender Dunkelheit mit Regen war das Fahren kein echtes Vergnügen mehr.

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Neuer Tag, neues Wetter, na zum Glück.
Wir hatten den südlichsten Punkt unserer Tour erreicht und sind wieder Richtung Norden unterwegs. Eine Stadt, die wir uns nicht entgehen lassen wollten, ist die älteste Stadt in Slowenien. Skofia Loka, mittelalterliche fast autofreie Altstadt mit engen, schmalen Gassen ist unbedingt einen Besuch wert. Schöne kleine Brücken über den Fluß Sora und gepflegte romatische Hinterhöfe geben der Stadt ein einmaliges Flair.

Zufällig fuhr an diesem Tag auch eine Oldtimerrally durch die Stadt. So gelang mir noch ein schönes Foto.

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Über Naturstraßen durch herrlichen gesunden Mischwald ging es nach Bled. Dort oder in der Umgegend wollten wir uns ein Nachtlager suchen.

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Bled, einer der wenigen Orte in Slowenien die fest in Touristenhand sind. Trotz des imposanten Schlosses, das mehr als hundert Meter über dem Ort und See thront, und auch wenn man von da oben sicher einen genialen Blick auf den See mit seiner kleinen Insel hat, wir verzichten und machen uns von dannen. Lieber suchen wir uns ausserhalb eine Pension.

Ein paar Orte weiter fanden wir durch Nachfrage in einer Pizzeria eine Privatpension mit top Zimmern zu einem einfach unschlagbaren Preis

Vrsicpass

In zahlreichen Kehren windet sich die Strasse hinauf zum 1611n hohen Vrsicpass. Als ein Relikt aus vergangener Zeit sind die Kurven der Nordauffahrt aus Kopfsteinpflaster, was bei Regen (wir hatten leichten Niesel) für zusätzliche Adrenalinstösse sorgt.
Nicht nur deshalb sollte man vorsichtig am Gasgriff drehen, sondern auch wegen der gigantischen Aussicht.

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Nach der Passhöhe fährt man auf bester Asphaltdecke ins Tal der wilden Soca mit dichtem Wald, wo wir uns wie in einer andern Welt vorkamen. Kaum Siedlungen, manchmal ein einsames Bauerngehöft und zwischendurch Bollwerke aus vergangenen Zeiten. Manchmal, aber wirklich nur manchmal, sahen wir auch andere Fahrzeuge welche die Vorstellung vom Niemandsland nicht ganz zerstreuen konnten.

In dieser Idylle wären wir fast an der Hauptattraktion vorbei gefahren. Kurz vor der italienischen Grenze zeigt in einer Kurve ein kleines Schild zur Mangart-Strasse. Obwohl die Auffahrt kein Pass im eigentlichen Sinne ist, man muss die selbe Strasse wieder zurück, hat jeder der vorbei fährt das Beste verpasst.
Eine grandiose Kurvenstrecke mit Ausblicken die uns so fesselten das wir öfters anhalten mussten. Nach der ersten Kurve traute ich meinen Augen nicht, es sah aus wie nach einem Bombeneinschlag. Bei genauer Betrachtung konnte man aber den Abgang einer mehreren Dutzend Meter breiten Murre erkennen - Naturgewalten pur. Von einer Strasse war auf den ersten Blick nichts zu sehen. Zwischen Schutt und Felsbrocken hatte man aber einen befahrbaren Weg geebnet. So fuhren wir weiter und die Hoppelei war nach kurzer Zeit vorbei. Es ging auf gutem Asphalt weiter bergan. Die knapp 12 km lange Strecke windet sich nun wirklich tollkühn den 2677m hohen Berg hinauf. Mit knapp 18% Steigung und mehreren hundert Metern Steilwand direkt neben der Piste, verschwindet die Strasse vor mir wieder mal in einem der 5 stockdunklen Tunneln.
Es ist Mitte September und an Schnee denkt man um diese Zeit noch nicht wirklich. Um so erstaunter sind wir, dass nicht nur die Höhenmeter wachsen, sondern gleichfalls auch die Schneedecke. Kurz vor der Wendeschleife um den Gipfel gibt es kein Durchkommen mehr. Weiter oben sehen wir, wie bereits mit schwerem Gerät Schnee geräumt wird und wir beschliessen umzukehren.

Das Vrata-Tal, ein weiters high light das man keinesfalls auslassen sollte. Ein schmaler Weg, teils asphaltiert, teils Naturstrasse führt in ein Kleinod der Natur. Eigentlich müsste man die Strasse zweimal fahren, einmal langsam zum Anschauen und einmal zum Heizen. Vorbei an einem herrlichen Wasserfall geht’s mit bis zu 25% Steigung in teils unübersichtlichen Kurven bergauf und später natürlich wieder bergab, denn es ist eine sogenannte Stichstrasse. Am Talende steht man dann vor senkrechten Felswänden.

am Ende vom Vrata Tal
hintergehbarer Wasserfall

Auf der Heimfahrt strahlt die Sonne und es ist ein Jammer über die Autobahn zu fahren aber es zieht uns heimwärts und die Decke auf dem Hinterrad bei einem meiner Weggefährten sieht nicht mehr sonderlich gut aus.

Irgendwann werde ich diese Gegend sicher noch mal besuchen. Es gibt noch richtig urige Strecken.